RÜCKBLICK  2016


Eindrücke von unserem Herbst in Saschirje und Belarus


1. bis 8. Oktober 2016: Einmal Leipzig-Hauptbahnhof und zurück, 24 Bus- reisende auf Abenteuerfahrt, beladen mit Geschenken und nützlichen Gaben, gespannt wartend - wie wird das Programm: Dazu gehörten das Willkommen in den Familien, die Treffs mit unseren jungen Sommergäs- ten, eine große Show mit den Ensemble-Kindern im Kulturhaus in Sa- schirje, Besuche in Mozyr und in der traditionsreichen Möbelfabrik in Jelsk, ein Festessen mit allen Freunden und eine Exkursion zum UNESCO-Weltkulturerbe nach Neswizh. Das historische Brest war der Schlusspunkt.                                                                                                                                 


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Höhepunkte des Sommer-Programms

 

Das Sommerprogramm stand diesmal ganz im Zeichen des Reaktorunglücks von Tschernobyl im April vor genau 30 Jahren. Wir baten Kinder aus unserem Partnerdorf, ihre Gedanken dazu aufzuschreiben. (Einen Beispielbrief finden Sie auf dieser Seite).

Im Juli hatten wir dann 19 Mädchen mit ihren Betreuerinnen zu Gast bei uns. 


Einige Programmpunkte:

  •  Konzert im Atrium  der Uni-Kinderklinik in Leipzig
  •   Kirchgemeinde Söllichau: Auftritt und abendliches Freizeitprogramm
  •   Kohren-Sahlis, Lindenvorwerk, Irrgarten der Sinne und Töpfern 
  •   Einladung der Zahnradfabrik Müller zum Basteln, Essen und Tiere                streicheln und anschl. Auftritt in der Kirche Leipzig-Wahren
  •   Ausflug in das Erlebnisbad RIFF in Bad Lausick
  •   Zwei Tage Berlin mit Stadtrundfahrt, Ausflug zum  "Tropical Island"
  •              und Besuch von Karls-Erlebnisdorf in Elstal
  •   Nachmittags-Konzert in der Kulturscheune Schwemsal
  •   Sängertreffen Authausen, dann Abschlussfest an der Unterkunft in Laußig.



Ein Brief aus Saschirje - Gedanken nach Tschernobyl  Liana Juschkewitsch (13 Jahre) Bald ist wieder Frühling! Ich mag diese Jahreszeit sehr! Im Frühling bin ich geboren worden. Meine Mutter sagt, dass der Frühling bei ihr das Gefühl der Bitternis herrvoruft. Sie war drei Jahre alt, als der 4. Block des Atomkraftwerkes in Tschernobyl explodierte. Von uns bis nach Tschernobyl sind es nur 100 Kilometer. Die Oma erzählte, dass sie am ersten Mai zur festlichen Demonstration  waren und sich über die helle Frühlingssonne und das Leben freuten. Niemand hat ihnen gesagt, dass man nicht auf die Straße hinausgehen darf, um in der Sonne zu sein. Erst später hat die Panik angefangen. Die Menschen verließen die Gegend. Viele unserer Freunde und Verwandten sind auch aus Saschirje weggefahren. Die Oma hatte nicht genug Geld, um abzufahren. Sie sagte, dass sie zuerst sehr erschrocken war. Alle weinten, als die hohe Strahlung bekannt wurde. Später, als schon fast alle fortgezogen waren, hat sich die Oma beruhigt, weil die Strahlung nicht sichtbar war. Die Sonne leuchtete wie jeden Tag, es regnete wie immer, und alles war gut. Aber es dauerte nicht lange und Menschen wurden krank. Immer öfter war das furchtbare Wort „Krebs“ zu hören. Und dann starben Kinder an Leukämie und anderen Erkrankungen. Und es war furchtbar. Meine Mutter war 3 Jahre alt und die Großmutter fürchtete sehr um sie. Sie weinte oft. Die Mütter erlaubten den Kindern nicht, wegen der Sonne auf der Straße zu spielen. Man durfte auch nicht im Wald Pilze und Beeren suchen, obwohl es bei uns ringsumher sehr viele gibt. Man durfte kein Feuer machen und nichts verbrennen. Alles war verboten. (...) In der Schule haben wir dann gelernt, dass die Strahlungsverschmutzung bei uns Jahrhunderte dauern wird und dass wir in der Zone der Verschmutzung leben. Mutter und Großmutter sagen überhaupt, dass wir Todeskandidaten in der verseuchten Zone sind. Ich sehe die Strahlung nicht. Ich weiß, dass nach 30 Jahren noch immer Menschen an Krebs sterben. Die Kinder sind öfter krank. Die Großmutter sagt, dass die Jugend sehr schwach und kränklich ist. Ich will nicht früh sterben. Und obwohl ich die Strahlung nicht sehe, fürchte ich mich doch vor ihr. Es ist gut, dass wir in solcher furchtbaren Not nicht allein blieben. Menschen anderer Länder fingen an, Hilfe anzubieten: Lebensmittel und Kindererholung im Ausland. Jedes Jahr freuten sich Kinder auf Reisen nach Deutschland, England, Belgien, Italien und in die USA. Die Kinder aus Saschirje haben auch Glück gehabt. Schon seit 20 Jahren fährt die Gruppe "Sonejka" zur Erholung nach Deutschland. Und ich fuhr schon zweimal mit. Das Essen ist sehr gut, es gibt viel Interessantes zu sehen. Und immer noch geben sie uns Sachen und Lebensmittel mit. Die Mutter sagt, dass es für uns eine sehr große Hilfe ist. Danke allen, die sich in der Not an unsere Seite stellen. Wenn ich erwachsen bin,  werde ich auch Menschen helfen, die in Not sind.
 

RÜCKBLICK  2015

Weihnachtspäckchen und Winterhilfe

Januar 2016: Alle Kinder und Familien des Ensembles "Sonejka" haben ihre kleinen Päckchen erhalten. Dazu gehören auch die Kinder, die im Sommer zuhause bleiben mussten und nicht mit in Deutschland waren. Beschenkt wurden zudem Paten-Familien, zu denen zum Teil schon jahrelange Kontakte bestehen.    Da sich die wirtschaftliche Lage im Dorf u.a. wegen der enormen Inflation erheblich verschlechtert hat (Umrechnungskurs derzeit: 1 Euro = 18.960 Belarus Rubel) haben wir außerdem für die Familien der Kinder, aber auch für besonders bedürftige andere Familien, Alleinerziehende und ältere Dorfbewohner Lebensmittelpakete gespendet. Bedacht wurden auch die 18 Patienten, die derzeit im Krankenhaus/in der Pflegestation liegen. Alle Päckchen sind mit viel Freude aufgenommen worden.
 

Höhepunkte des Sommer-Programms 2015

 
Vom 10. bis 27. Juli hatten wir  18 Mädchen und einen Jungen aus unserem Partnerdorf Saschirje zu Gast. Unser Sommerprojekt hatte den Namen: "Geschichte verstehen - Alltag erleben". Wir waren auf GPS-Tour quer durch die Dübener Heide und kamen mit gleichaltrigen deutschen Kindern ins Gespäch. In Berlin wurden uns die kirillischen Inschriften im Bundestag erläutert und einige wichtige Bilder der East Side Gallery. In Leipzig waren wir zusammen auf den Spuren der 1.000-jährigen Stadtgeschichte.  
  • Zum Programm gehörten außerdem.  
  •  Berlin-Stadtrundfahrt und Oldtimer-Ausstllung
  • Konzert von "Sonejka" in der Uni-Klinik und Einladung auf das Freigelände der Zahnradfabrik Max Müller, Leipzig-Wahren 
  • Besuch im Hort der Mittelschule Authausen mit GPS-Wanderung
  • Kirche Söllichau mit anschl. Abendbrot, Lagerfeuer...
  • Freizeitbad RIFF in Bad Lausick
  • Teilnahme am Kinderferienangebot "Stadt in der Stadt" in Leipzig  
  •  Kulturscheune Schwemsal und Waldkrankenhaus Bad Düben
  • großes Abschlussfest mit allen Gasteltern, Freunden, Helfern, Spendern, den Bürgern der umliegenden Gemeinden und Gästen
 


RÜCKBLICK  2014

Unsere Reise nach Saschirje (01.-08.10.2014) 

Wir, 23 Reisende der „Elterninitiative für Saschirje/Belarus“ und Freunde, verbrachten umsorgte Tage in unseren Gastfamilien und bei einem abwechslungsreichen Programm. Dazu gehörte natürlich auch eine Ortsführung. Im Kindergarten erwartete uns ein lustiges Herbst-Programm mit Gesang und Spiel. Weiter ging es zur Schule. Dort gestaltete unsere mitreisende Russischlehrerin eine Unterrichtsstunde mit - eine augenscheinlich sehr lustige Angelegenheit, wie auch der Direktor der Schule bestätigte. Die Lehrerin strebt eine Partnerschaft zwischen der Schule in Saschirje und ihrer Heimatschule an. Das unterstützen wir gern. Dann führte der Rundgang durch das neue und alte Dorf, zum Sportplatz und an der Feuerwache vorbei zur Kirche.   Für unsere mitreisenden Partner aus der Gemeinde Laußig war (mit klarem Wissensvorsprung) der Besuch im Staatsgut (Sowchos „Kommunist“) ein Gewinn. Wir erfuhren vom hohen Können in der Milchviehhaltung und sahen die Arbeit am modernen Melkkarussell und am Rinder-“Kindergarten“, alles auf neuestem Standard.   Länger vorbereitet waren unsere Begegnungen mit Flüchtlingen aus dem Osten der Ukraine, die es nach Saschirje und in die Nachbardörfer verschlagen hat. Unsere Spenden (Decken, Betten, Geschirr und Kleidung) wurden sofort verteilt. Dankbar angenommen wurden mehrere private Initiativen, Geld für Lebensmittelkörbe zu hinterlegen.   
An unsere Partner im Kultur- und Sportzentrum in Saschirje übergaben wir und die Gemeinde Laußig Zubehör und  Technik für die Zirkeltätigkeit und Computeraustattung, Spielzeug und Musikinstrumente. Eine Freundin unserer Initiative, Frau Adam, überraschte unsere Gastgeber auf besondere Art. Sie übergab eine multifunktionale Nähmaschine mit allem Zubehör. Ein sehr wichtiges Geschenk, für das sie zusammen mit Herrn Ostermaier viel Geld sammelte.  
 
Abschluß und Ausklang unserer Reise war der Aufenthalt in der belorussischen Hauptstadt Minsk -  eine junge, dynamische Metropole voller Gegenwart und Leben, aber auch mit starken Momenten der Besinnung und des Gedenkens. Dafür standen besonders unsere Besuche am „See der Tränen“ mit dem Monument für Kriegsgefallene und der Besuch jüdischer Mahnmale.
 
Es war eine interessante, schöne, anstrengende und vielseitige Reise. Die „Elterninitiative für Saschirje/Belarus“ konnte ihr Jubiläum gemeinsam mit allen Partnern nicht besser begehen.
 


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Höhepunkte unseres Sommerprogramms 2014

20 Jahre kennen wir nun schon das Kinder- und Jugendensemble Sonejka aus dem kleinen Dorf Saschirje in Weißrussland. Das haben wir kräftig gefeiert und für genau 20 Tage 19 Kinder aus unserem Partnerdorf nach Sachsen geholt! Die 18 Mädchen und 1 Junge verbrachten vom 11. bis 30. Juni 2014 eine spannende und erholsame Zeit bei uns - sowohl in ihrer Gemeinschaftsunterkunft in der Gemeinde Laußig als auch an den Wochenenden bei den Gasteltern. Gemeinsam mit uns und Freunden der Elterninitiative haben die Kinder gefilzt, gemalt, getöpfert und gestrickt, Karten gestaltet, gelacht, getanzt und gesungen. 
  • Besuch der Zahnradfabrik "Max Müller" in Leipzig, anschließend Freizeit mit Gastgebern und Mitarbeitern, Fütterung hofeigener Schafe und Alpakas, gemeinsames Filzen
  • Baden im Kultur- und Freizeitbad RIFF Bad Lausick
  • Besichtigung des BMW-Werkes Leipzig
  • Konzert in Söllichau anlässlich des Gemeindetreffens der Kirchenvorstände Söllichau, Bad Düben, Bad Schmiedeberg
  • Kreativ-Tag mit den Landfrauen Laußig
  • Stadtrundgang in Leipzig, Einladung zum Mittagessen bei der TÜV Rheinland Akademie
  • Feiern zum Jubiläum: (1) im GeyserHaus e.V. (unserem Trägerverein in Leipzig) und (2) Mitgestaltung des Volksfestes in Laußig
 


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RÜCKBLICK  2013   

Weihnachts-Gruß- und Päckchen-Aktion 2013

Alle Gastkinder des Sommerprojektes haben ein Weihnachtspäckchen von ihren "deutschen Eltern" bekommen. Die Familien haben sich viel Mühe gegeben, um schöne und bunte Pakete mit nützlichen und süßen weihnachtlichen Dingen zu füllen. Neue Zollkapriolen machten uns zwischendurch das Leben schwer, wurden aber dank schneller Hilfe vieler Hände gemeistert.   

Höhepunkte unseres Sommer-Programms 2013

  • Projekt "Stadt in der Stadt": Unsere weißrussischen Kinder haben bei der Ferienspielaktion zusammen mit Leipzigern Kindern gehämmert, gesägt, gebohrt, gemalt, gebastelt, Schach gespielt.
  • Baden im Kultur- und Freizeitbad RIFF Bad Lausick
  • Besichtigung der Fabrik "Max Müller", Leipzig, und Verkostung ausgewählter Bio-Produkte, Besuch des Streichelzoos und Fütterung der Tiere
  • Einladung beim TÜV Rheinland, der Ausbildungsstätte für Hotelkräfte
  • Besuch beim Kettensägen-Festival in der Dübener Heide
  • Benefizveranstaltung für die hochwassergeschädigte Region Gruna
  • Karten basteln mit Angelika
  • Teilnahme am Chor-Treffen im Rahmen des 4. Musikfestes der Dübener Heide in Authausen
  • Fahrten mit der historischen Feuerwehr
  • Ensemble-Auftritte und freundlicher Empfang in der Uni-Klinik Leipzig und im Waldkrankenhaus Bad Düben 
  • Letzter Abend - ein Volksfest mit vielen Familien, Gasteltern, Freunden und weiteren Gästen in der Gemeinde Laußig

 


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Katastrophe Tschernobyl 

 

26.4.1986 -  1.23 Uhr:

" Der Versuch beginnt.  Der Schichtleiter schließt die Sicherheitsventile der bei- den Turbinengeneratoren. Daraufhin verringert sich der Wasserzufluss im Reaktor schlagartig, wo- durch die Temperatur ex- trem ansteigt. Die Leistung des Reaktors schießt abrupt

hoch. Eine unkontrollierte Kettenreaktion setzt ein. "